Williams sieht neutralen Zins im Tauziehen zwischen Wachstum und Demografie
Der Präsident der New York Fed wollte keine Richtungsvorgabe machen, wohin sich die Zinsen als Nächstes bewegen
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John Williams, Präsident der Federal Reserve Bank of New York, sagte, der sogenannte neutrale Zins, oder R-Stern, werde in zwei Richtungen gezogen: höheres Trendwachstum treibe ihn nach oben, während demografische Verschiebungen ihn nach unten ziehen.
Williams sagte nicht, welche Kraft sich durchsetzt, und gab kein Signal, wohin sich die Zinsen von hier aus entwickeln. In separaten Äußerungen am selben Tag sagte er, die Ära expliziter Forward Guidance der Fed sei vorbei.
Diese Einordnung fällt in eine Zeit, in der andere Notenbanker sich entschiedener äußern. Fed-Gouverneur Michael Barr hat gesagt, weitere Zinserhöhungen seien wohl nötig, um das 2-%-Inflationsziel zu erreichen, und die Inflationsrisiken würden die Sorgen um den Arbeitsmarkt inzwischen überwiegen. Das hatte er bereits letzte Woche signalisiert, nach der ersten Zinserhöhung der Fed seit 2023. Der Präsident der Chicago Fed, Austan Goolsbee, hat gesagt, größere negative Angebotsschocks würden eine restriktivere Haltung stützen, und der Präsident der Richmond Fed, Thomas Barkin, hat erklärt, die Fed könne sich nicht allein auf die Märkte verlassen, um die Inflation niedrig zu halten, und fügte hinzu, er wolle, dass dieser Straffungszyklus eher der Anpassung Mitte der 1990er Jahre ähnelt als einer langgezogenen Kampagne.
Williams' neutrale Einordnung ändert nichts an dieser Einpreisung, weder nach oben noch nach unten. Für Anleger, die sich auf das Tempo der Straffung positionieren, bestätigen seine Äußerungen, dass der kurzfristige Pfad weiterhin davon abhängt, wie sich die Inflation entwickelt, und nicht von einem neuen Signal aus der strukturellen Zinseinschätzung der Fed.